Kennen wir das nicht alle? Wenn wir keine Fußballer geworden wären, dann halt irgendwas mit Fußball - zum Beispiel Zuschauer.
Fußballer sind zwar keine vom Aussterben bedrohte Art, dafür stirbt bei vielen manch anderes, sobald sie ihre Karriere beginnen...

ZUERST: Der tägliche Kampf mit Schiri, Gegnern, Trainern und der Nahrungskette
IM ANSCHLUSS: Rollenverteilung auf dem Spielfeld


Und damit geht's auch schon los mit dem unglaublich schweren Leben des heutigen Fußballers.
Was muss er nicht alles durchmachen! Zuerst ist er Bayern-Fan, aber das legt sich ganz schnell wieder, wenn man plötzlich bemerkt, dass es mit Bayern immer die selbe Scheiße wie im letzten Jahr ist; in letzter Sekunde sind sie dann doch wieder gefräßig, was den Titel anbelangt! Wahrscheinlich liegen die Geheimnisse des Erfolgs darin, dass die Spieler speziell in der zweiten Halbzeit meistens einen guten Tag erwischen oder jede Woche die totale Schwalbe hinlegen. Bayerns Damen - Damen hätte ich beinahe gesagt - wissen halt, wohin sie den Ball spielen sollen, haben die wichtigste Erkenntnis überhaupt errungen: nichts ist scheißer als Platz zwei! Bei denen stimmt die Einstellung einfach von der Einstellung her und der Trainer hat vor jedem Spiel vom Feeling her ein gutes Gefühl.
Auch mit dem Essen wird das nie was auf der Bank, nicht einmal Zeit für eine Banane bleibt, bei den ständigen Dramen ums verletzt Sein. Wie soll man da einem geplagten Spieler seine Bananenflanken verübeln? Es geht halt nicht immer mit "ein Schuss.Ein Tor. das ist Ailton." Schon allein aus biologischen Gründen nicht.
Was also tun, wenn's brennt? Ach nee, wenn der Schuh drückt und eine Niederlage mal wieder die Stimmung herunterzieht. Da setzt die Schadenfreude ein, das beliebte Mittel, sollte es dann doch mit dem Sieg wieder klappen. Die Spieler verstehen es, sich diebisch darüber zu freuen, dass der Gegner zuletzt viele Spiele hatte und in der Nacht von Samstag auf Montag seinen Trainer verliert.
Aber eine Spezies auf dem Feld ist der gemeinsame Klassenfeind jedes Fußballers: der Schiedsrichter. Da bringt's auch nichts, sich mit dem Schiri zu verbrüdern, nach dem Motto: "Mann, wir Schwatten müssen doch zusammenhalten!" Noch weniger diverse Beleidigungen á la Wichser und du blinde Bratwurst. In der Unterhaltung mit einem "Schwatten" gelingt es den Spielern auch nicht immer, die korrekten Regeln einzuhalten. Mal ehrllich, entweder denken oder Fußball spielen, beides geht nicht unter einen Hut. Ich verwarne Ihnen - Ich danke Sie!
Nun zur Machtstellung einer blinden Bratwurst. Treffend ausgedrückt wurde es ja schon öfter; wenn der Mann in schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen. Sie übertreffen sich mit der Macht also sogar selbst! Wo bleibt da der Fußballer?
Ja, der steht in der Nahrungskette ganz unten, hinter dem Schiedsrichter - dem König der Savanne -, seinem Trainer mit der Stellung darunter - auch wenn das Grundgesetz der Unantastbarkeit der Menschenwürde nicht für Trainer gilt - erst danach kommt die Trainerbank... gefolgt von den Tribühnen und dem Rasen. Wo befinden sich die Spieler? Irgendwo zwischen dem Getier, welches im Stadion rumkriecht und dem Staubpartikel, welcher dem schreienden Vorgesetzten in den Hals fliegt.