UND DANACH: Was ein Trainer darf und nicht darf, aber
trotzdem tut

Tja, der Job eines Fußballprofis ist eben doch nicht so leicht, wie manche Leute sich das vorstellen. Muss er doch denken und Fußball in einem Spiel unter einen Hut bringen, was erfahrungsgemäß ja unmöglich ist. Wie beispielsweise vorm Tor zu überlegen, was zu lange dauert, woraufhin er überlegt, nicht zu überlegen. Klingelt's? Weniger überlegen, lautet die Devise mit Erfolgsgarantie. Deswegen ist bei einem guten Spieler ein Tor bei zwei Chancen auch hunderprozentige Chancen-auswertung, ein Chancenplus öfter mal ausgeglichen und die ersten 90 Minuten sind sowieso die schwersten.
Aber hier wird selbstverständlich zwischen den Positionen unterschieden. Ein Stürmer sollte immer torgeil sein, er muss gewinnen, alles andere ist primär! Ihnen kann unter Umständen schon mal die Hand Gottes dazwischen kom- men, sofern der Trainer den Busfahrer nicht einsetzen kann, weil dieser seine Schuhe nicht dabei hat.
Im Mittelfeld sieht die Sache schon wieder anders aus. In diesem Teil des Spielfeldes zeigen sich die Akteure siegessicher und zeigen das auch - zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten. Sie sorgen dafür, dass die Mannschaft wie ein Weltmeister und nicht wie ein Wald- meister spielt. Da ist es immer so ihr Problem, wenn sie als Mittelfeldspieler so den Ball bekommen.
Ein Manko sind bei vielen Vereinen häufig die Abwehrleute; bei Bayern verlassen sich einige zu sehr darauf, dass es ein schönes Gefühl ist, den Olli hinten drin zu haben. Besonders gefährlich wird es allerdings, wenn die "hintere Mauer" nicht ins Spiel kommt und dann immer schlechter wird! Jeder Treffer ein Tor, 0:2 zu kassieren und ein 1:1 unmöglich zu machen, das gilt es zu verhindern; daher werden manche Stürmer der Gegner ganz leicht retuschiert.
Der einsame Kämpfer auf dem Feld ist natürlich der Torwart. Wenn der Ball an ihm vorbei geht, ist es meist ein Tor. Dennoch, er muss den Zuschauern ja auch was bieten, selbst wenn die Mannschaft kein Gegentor kassieren wollte und das bis zum Gegentor ganz gut geklappt hat. Was die wenigsten nicht wissen, sogar Torwarte haben mit der Schwerkraft zu kämpfen. So kommt er bisweilen dazu, dass ein Stürmer vor dem leeren Tor zu Fall kommt, der Torwart ihn jedoch nur be- rührt hat und nicht weiß, warum er umgefallen ist.
Der wahre Held des Spiels ist und bleibt der 12. Mann. Die sogenannten Fans haben schon längst erkannt, dass Sitzen fürn Arsch ist und sie nämlich auch die sind, die den Pokal gehören. Für manche ist es einfacher, ein Fan zu sein, für andere langweiliger (siehe Bayern). Wieder andere sind ganz tolle Realisten, die ihrem Verein ein zu hohes Niveau beimessen. Der Tabellenerste kann natürlich jederzeit den Spitzenreiter schlagen. Schon klar.